Bin mal gespannt wieviel Verletzte und Tote es geben wird wenn die Nacht vorbei ist.
Wenn etwas juckt, wird gekratzt.
(18.02.12, 18:14 Uhr) swa Osnabrück. Die Osnabrücker Narren haben am Ende des Ossensamstags-Umzuges gegen 16 Uhr den Rathausschlüssel erbeutet. Rainer Möllers, Vorsitzender des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), freut sich über einen gelungenen Umzug: „Alles prima gelaufen.“ Die Polizei meldete nach dem Umzug: Gesamtlage relativ ruhig. Spitzenwerte im Alkohollazarett auf dem Domschulhof erreichten ein 21-, ein 18- und ein 17-Jähriger: Jeweils 2,4 Promille.
Bereits gegen 11 Uhr waren die ersten Narren und Gruppen in Kostümen in der Osnabrücker Innenstadt eingetroffen. Sie hatten offenbar die Verlegung des Startzeitpunktes auf 14 Uhr nicht mitbekommen. Am Ende waren es nach Schätzungen der Polizei rund 25000 Menschen, die sich den Umzug von etwa 60 Gruppen und Fahrzeugen vom Straßenrand aus anschauten.
Humor bewies die Zugorganisation, indem sie den Motivwagen mit Christian Wulff in Münchhausenmanier direkt vor den Wagen „Men in Black“ der Jungen Union Georgsmarienhütte einsortierte. Ansonsten hatte es den Wagenbauern vor allem das Thema Geld angetan: Eurokrise, Griechenland, gierige Banken und Kosten für den Ossensamstag. Ein Wagen aus Hilter goss seinen Ärger in den Vers: „Oh, wie ist das schön, mit uns zum letzten Mal, auf Wiedersehen, Karneval muss bezahlbar sein.“ Eine Fußgruppe mit überwiegend bärtigen Krankenschwestern schob den Patienten Ossensamstag durch die Straßen und flößten ihm Bier per Infusion ein.
Mit aufwendiger Kostümierung spielten die Schweizer Reppischfäger als eine der wenigen Gruppen unverstärkte Musik, so wie der Spielmannszug Stockum-Lüstringen, die Damenkapelle „Pardoes“ aus Enschede oder die Moonband auf dem Wagen der Kolpingfamilie Bad Laer. Discowagen waren in diesem Jahr nicht erlaubt. Dennoch dröhnte es von manchem Gefährt lautstark aufs Narrenvolk herab.
Am Rathaus angekommen überwältigte die Grün-Weiße Garde die Stadtwache und kidnappte Bürgermeister Burkhard Jasper mit dem Stadtschlüssel, der als Mitglied der Grün-Weißen und begeisterter Jeck offenbar ein Doppelspiel treibt. Ohne nennenswerten Widerstand und mit einem Schuss Häme für Oberbürgermeister Boris Pistorius („Der OB ist geflohen, nach Derby“) überreichte er den Schlüssel dem Stadtprinzenpaar Ann-Kathrin und René.
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Autor: Michael Schwager
Foto: Jörn Martens
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