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Interview mit Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank

(07.03.10, 09:00 Uhr) Gewalt in Privathaushalten ist keine Seltenheit, das beweisen zum einen zahlreiche Statistiken, zum anderen wird es ins in Reality-Dokumentationen regelmäßig im TV vor Augen geführt. Unser Autor Federkiel hat sich deshalb mal an Katharina Saalfrank, die Supernanny gewandt und ihr ein paar Fragen gestellt. Katharina Saalfrank ist Diplom-Pädagogin, Musiktherapeutin und betreibt seit 2004 Familienberatung im RTL-Format "Die Super Nanny".

Wieso sind immer eher die Kinder aus sozial schwachen Haushalten betroffen? Sind diese Eltern besonders überfordert, da ihnen der nötige Rückhalt im Leben fehlt?
Was meinen Sie mit "betroffen"?! Meinen Sie, dass Kinder aus sozial schwachen Haushalten eher auffälliges Verhalten zeigen?! Und das deren Eltern besonders überfordert sind?! Das ist aus meiner Sicht gar nicht so. Eigentlich betrifft die Überforderung und Unsicherheit Eltern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Wenn Kinder kommen, dann beginnt ein Abenteuer und wir müssen alle unsere Erfahrungen machen. Kinder werfen uns auf uns selber zurück, stellen uns in Frage, fordern uns und wollen Antworten. Sie sind lebendig und entwickeln sich in verschiedenen Phasen über Beziehungen. Diese ersten Beziehungen haben Kinder in der Regel zu ihren Eltern. Beziehung zu leben gibt Kraft, sie kostet aber auch Zeit und Kraft. Das heißt also, dass Zeit und Kraft für Beziehung, Zuwendung, Vertrauen und Geborgenheit aufgebracht werden muss, damit Kinder gut ins Leben kommen. Wenn wir aber für unsere Kinder keine oder nur Zeit und vorallem wenig Kraft haben, dann sind sie verunsichert und reagieren unterschiedlich. Einige Kinder reagieren mit Aggressionen, wieder andere ziehen sich zurück. Wenn wir uns die Mühe machen die Ursache für ein Verhalten zu ergründen, finden wir verschiedene Aspekte, die dazu führen können. Meist sind es grundsätzliche Ängste und Sorgen: Bin ich geliebt? Darf ich so sein, wie ich bin? Das heißt, es geht nicht um eine Verhaltensänderung der Kinder, sondern wir Erwachsenen müssen verstehen lernen und den Kindern in einer Beziehung begegnen. Das Verhalten wird sich dann von selber verändern.


Wann sollte man sich ernsthafte Sorgen um sein Kind machen? Bei welchen Verhaltensweisen?
Sich Sorgen machen ist nichts schlechtes. Wir sollten uns jeden Tag um unsere Kinder sorgen und überlegen, wie es ihnen geht und was sie brauchen. Es wäre gut, wenn wir uns jeden Tag fragen würden, was ist gut gelaufen, was ist nicht so gut gelaufen und warum!? Denn kein Verhalten eines Menschen tritt einfach so auf - es gibt immer eine Entwicklung dort hin, einen Grund, eine Ursache, auch wenn diese nicht gleich oder gar nicht ersichtlich für uns ist. Das heißt, es gibt immer Kleinigkeiten oder Entwicklungen, die wir beobachten und bemerken könnten. Wichtig ist, dass Eltern mit Kindern in gutem Kontakt sind und bleiben. Was bewegt die Kinder? Was ist ihnen wichtig? Was sind ihre Ängste? Und auch bei scheinbar einfachen Fragen zur Entwicklung oder alltäglichen Abläufen mit Kindern rate ich ganz klar zu einer Beratung zu gehen. Auch die noch so kleinste Frage zu Kindern kann und sollte dort besprochen werden! Sich Beratung zu holen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Jeder Mensch, der eine große Verantwortung hat, holt sich Rat von manchmal sogar mehreren Beratern! Wir haben eine große Verantwortung für unsere Kinder, deshalb nochmal: Beratung und Austausch sollte nicht erst erfolgen, wenn "man sich ernsthaft Sorgen um sein Kind macht", sondern eine Selbstverständlichkeit sein.


Was war das für ein Gefühl, als Sie das erste Mal nicht helfen konnte, sondern den Fall „abgeben" oder beenden musste?
Ich habe noch nie "nicht helfen" können, einen Fall "abgeben" oder "beenden" müssen. Zweimal ist es so gewesen, dass ich Eltern bei der Entscheidung begleitet habe, ihre Kinder fremdunterzubringen. Das heißt nicht, dass nicht "geholfen" werden konnte oder ich "aufgeben" musste. Im Gegenteil. Wenn ich in die Familien gehe, dann ist mir wichtig, dass ich einen Arbeitsauftrag von den Eltern bekomme und wir gemeinsam überlegen können, was meine Unterstützung für die Familie sein kann. In diesen Situationen war es eben die Begleitung der Eltern in einer extrem schweren Entscheidung und deren Umsetzung - auch das gehört zur Arbeit einer Pädagogin dazu.


Wie unterscheiden sich die Kinder von heute mit denen von vor einigen Jahren?
Aus meiner Sicht haben sich nicht die Kinder verändert, sondern die Gesellschaft unterliegt ständigem Wandel und Entwicklung. Heut spielen die neuen Medien, PC, Playstation, Fernsehen und Handy eine viel größere Rolle als noch vor ein paar Jahren. Das Internet verändert z.B. die Art von Kindern, bzw. Jugendlichen Kontakte untereinander aufzunehmen und zu leben. Das bringt zwar neue Möglichkeiten, birgt jedoch auch Gefahren, mit denen wir alle umgehen müssen. Das ist ein Wandel, dem wir Erwachsene oft mit Vorbehalten gegenüber stehen.


Spiegelt der komprimierte Fernsehbeitrag Ihre tatsächliche Arbeit wieder?
Das ist unterschiedlich. In der Regel aber ist es so, dass ich die Sendungen sehr authentisch finde. Die Arbeit von fast 100 Stunden wird auf 45 Minuten gekürzt und zusammengestellt. Da gehen manche kleine Teilaspekte verloren. Die eigentliche Arbeit, so wie ich sie erlebt habe wird jedoch schon umfassend gezeigt und die Entwicklung authentisch erzählt.


Wie sind Sie damals zu Ihrer Sendung gekommen?
Ich habe eine Anzeige gelesen, wo ein großer TV-Sender eine Kindertherapeutin gesucht hat, habe dort angerufen und bin dann nach Köln eingeladen worden. Nach einigen Tagen kam ein Anruf, dass ich in diesem Format als Pädagogin arbeiten darf.


Was war die härteste Bestrafung, die ihre Kinder mal bekommen haben? Welche Arten von Sanktionen erteilen sie? Oder halten sie generell nichts von Maßregelungen?
Ich halte überhaupt nichts von Bestrafung. Diese sind für das Kind nicht nur wegen des Schmerzes und der Demütigung abträglich, sondern vor allem, weil es sich auch immer abgelehnt fühlt. In der Diskussion hierüber mit Eltern ist es häufig so, dass diese das negieren. "Nein, meinem Kind macht das nichts aus - es lacht mir noch ins Gesicht!" Solche oder ähnliche Sätze bekomme ich zu hören. Dass ein Kind einem Erwachsenen ins Gesicht lacht und im tiefsten Inneren dennoch gekränkt und gedemütigt ist, können viele nicht nachvollziehen und doch ist es so! Lachen ist oft leichter, als weinen! Durch eine Bestrafung versteht das Kind nur: So, wie Du bist, mögen und wollen wir dich nicht! Wenn sich dieses Gefühl bei Kindern verfestigt, kann es zur Dauerbelastung werden und Kinder können sich grundsätzlich abgelehnt fühlen. Sie reagieren dann entweder defensiv, also ziehen sich zurück oder auch offensiv, also aggressiv. Strafen insgesamt befördern somit keine gute Entwicklung und tragen zu Verhaltensauffälligkeiten bei oder können Ursache für diese sein! Mit Kindern vertrauensvoll in Beziehung gehen, Dinge die nicht gut gelaufen sind besprechen, nachfragen, verstehen und auch eine Wiedergutmachung begleiten und bei alle dem Zuwendung und Geborgenheit zu vermitteln, sind wesentliche Aspekte im Umgang mit Kindern und gehören zum Elternsein dazu.


Welchen Anspruch haben sie selber an Ihre Sendung? Was soll sie den Zuschauern vermitteln?
Ich bin in durch meine Arbeit in den Familien sehr dicht an Situationen, die sonst nicht sichtbar sind dran. Oft wird sich über Kinder und Jugendliche aufgeregt, sie seien auffällig im Verhalten, aggressiv und unruhig. Schnell werden Diagnosen gestellt und Medikamente verabreicht. Schnell steht die Frage im Raum, wie sollen man reagieren, wie die Verhaltensweisen ändern. Oft werden dabei mögliche Ursachen völlig vergessen. Wie kommt es zum Verhalten der Kinder? Warum trinken Jugendliche, warum reißen sie von zu Hause aus? Warum kann ein Schulkind Konflikte ohne Gewalt nicht klären? Diesen Fragen muss vor der Maßnahme sensibel und im Gesamtzusammenhang nachgegangen werden auch, wenn es Zeit und Geduld kostet! Denn die Ursache liegt häufig in den Umständen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen begründet. Kinder leben häufig in ganz extremen Situationen, die für die Umwelt gar nicht sichtbar sind, sie sind mit ihren Ängsten, Sorgen und Wünschen oft alleine und entwickeln dann ein für Aussenstehende ein oft nicht nachvollziehbares und deshalb erstmal auffälliges Verhalten. Würden wir die Umstände kenne, so würden wir sehen, dass die Kinder in einem oft krankmachenden und belastenden Umfeld ein durchaus "gesundes" Verhalten zeigen. Mein Anliegen ist es all das ein Stück zu zeigen, aufzurütteln und auch über bestimmte Entwicklungsphasen von Kindern zu informieren, damit Eltern nachvollziehen können, warum sich z.B. ein Kind in der Trotzphase auf den Boden wirft.


Die Familien, die bei der Sendung mitmachen werden nach der Ausstrahlung der Sendung sicherlich von Nachbarn, Freunden oder Lehrern mit ihrem öffentlichen Auftritt konfrontiert, und das sicherlich nicht immer auf eine positive Art und Weise. Gibt es daher eine Nachbetreuung der Familien?
Ja, es gibt eine intensive Nachsorge. Ich habe das schon sehr oft gesagt und trotzdem scheint es niemand so wirklich wahrzunehmen: Früher habe ich die Nachsorge allein gemacht. Heute sind zum Glück in meinem Team auch Psychologen, die unter meiner Leitung die Begleitung der Familien nach meiner Arbeit übernehmen. Ich bin so nicht nur weiterhin ein Stück mit den Familien in Kontakt und über die Entwicklung der Familie im Bilde, sondern kann auch aktiv in den Prozess der Nachsorge einsteigen und mit den Psychologen überlegen, was die nächsten Schritte sein können. Die Psychologen sind weiterhin Ansprechpartner für die Familien und besuchen und unterstützen sie. Am Abend der Ausstrahlung der Sendung „Die Super Nanny“ ist die begleitende Psychologin bei der Familie zu Hause, um sie während der Sendung zu begleiten, die pädagogische Arbeit im Ganzen zu wertschätzen und mit den Eltern die wichtigsten Punkte noch einmal durchzusprechen. Häufig kommen sich hierbei Eltern und Kinder noch mal näher – die Ausstrahlungsbegleitung gehört somit jedenfalls auch zum pädagogischen Setting dazu. Ohne eine solche Nachsorge wäre eine pädagogische Arbeit mit den Familien in diese Rahmen aus meiner Sicht nicht möglich.



Vielen Dank für das Interview


Die neue Staffel der Serie "Die Super Nanny" startet am 14. April auf RTL.


Foto: http://www.katiasaalfrank.de

Kommentare

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07.03.10, 09:21 Uhr

Die Frau hat den selben Nerv-Faktor wie Dieter Bohlen


Das Leben ist kein Ponyhof!

     
     
    Profil
    07.03.10, 09:34 Uhr

    Und jetzt husch auf die Stille Treppe du böses Mädchen
    Die kann man echt nicht ernst nehmen.


    Ihr sollt den Tag nicht vor dem Abend Loben
    BÖHSE-ONKELZ
    1980-2005

       
       
      Profil
      07.03.10, 09:56 Uhr

      Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Sie selber mit der Erziehung ihrer eigenen Tochter nicht wirklich klar kommt.. aber dann im Tv rum nerven muss...


      Externes Bild

         
         
        Gelöschter User
        Gelöschter User
        07.03.10, 09:59 Uhr

         

        Die kann man echt nicht ernst nehmen.


        Weil??

        Ich muß ja zugeben, irgendwie is die Frau scharf.

           
           
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          07.03.10, 11:08 Uhr

          danke frau saalfrank, jetzt bin ich total krank

             
             
            Gelöschter User
            Gelöschter User
            07.03.10, 12:03 Uhr

            Ab auf die stille Treppe


               
               
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              07.03.10, 12:21 Uhr

              das überzeugt mich immernoch nicht , dass die sendung echt ist .. für mich sind das alles schauspieler und keine echten problemfamilien .. .. und mit sicherheit bekommen die geld dafür sich so assozial darzustellen


              du bist kein unkraut ! eher eine hübsche blume in einer momentan ziemlich grauen welt! (=

                 
                 
                Gelöschter User
                Gelöschter User
                07.03.10, 12:32 Uhr

                 

                Die Frau hat den selben Nerv-Faktor wie Dieter Bohlen



                so siehts aus..

                oder anders gesagt: ZUSTIMMUNG

                   
                   
                  Profil
                  07.03.10, 12:37 Uhr

                  mann is die krank

                     
                     
                    Gelöschter User
                    Gelöschter User
                    07.03.10, 12:39 Uhr

                     

                    ihrer eigenen Tochter nicht wirklich klar kommt


                    soweit ich weiß, hat die nur vier söhne..

                    aber schöne haare hatse