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Osnabrück

Abiturienten des Gymnasiums Oesede entführen Mitschüler in die Fünfziger-Jahre

(16.02.12, 13:34 Uhr) Georgsmarienhütte. Wirtschaftswunder, Rock ’n’ Roll und Italienurlaub: Während ihres Seminarfachs ließen die Zwölftklässler des Gymnasiums Oesede die Fünfzigerjahre wieder aufleben. In einer Präsentation brachten sie ihren Mitschülern nahe, wie die Menschen damals gelebt haben.

Der Schwerpunkt lag dabei auf der Rolle von Mann und Frau. Sven Bensmann und Michelle Hoffmann stellten eine Szene einer Fünfziger-jahre-Ehe dar: Der Mann kommt von der Arbeit heim, setzt sich direkt aufs Sofa und fragt: „Wo bleibt der Kuchen?“ Dass die Gattin zwei Stunden daran gebacken hat, interessiert ihn nicht, stattdessen beschwert er sich lieber, dass er sich den Kaffee allein eingießen muss.
 
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Dank Lohnerhöhung können sie sich nun einen Urlaub in Italien leisten. „Ob ihr es glaubt oder nicht“, erklärte Hoffmann den Zuschauern, „damals war es wirklich so! Der Mann war unser Chef!“ Auch Schulleiter Ulrich Schimke erntete ungläubige Blicke, als er den Schülern erzählte, dass der Ehemann damals noch den Job seiner Frau ohne deren Einverständnis kündigen konnte.
 
Die insgesamt 19 Schüler scheuten keine Mühe, die Fünfzigerjahre möglichst anschaulich darzustellen: Sie nähten Kleider und Röcke im Stil der damaligen Mode, buken „kalte Schnauze“ und zeigten Fundstücke wie eine Kaffeemühle oder einen Spielzeugherd.
 
Die Neunt- und Zehntklässler, die sich die Präsentation ansahen, konnten zudem in zwei Spielen ihr Wissen testen. Bei der Frage, wann die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz festgeschrieben wurde, brauchten sie etwas Hilfe, um auf das richtige Jahr 1957 zu kommen. Dafür wussten sie aber auf Anhieb, dass die „Bravo“ in dieser Dekade auf den Markt kam. Außerdem sollten sie anhand von Fotos die Namen und Berufe von damaligen Prominenten erraten, was ihnen bei Konrad Adenhauer und Marilyn Monroe sofort gelang, während James Dean und Bill Haley mehr Schwierigkeiten bereiteten.
 
Das Seminarfach gibt den Schülern die Möglichkeit, sich über zwei Jahre intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Über ein bestimmtes Unterthema schreiben sie dann auch ihre Facharbeit, anhand derer sie das wissenschaftliche Arbeiten kennenlernen. Den Schülern gefiel besonders, dass sie das Thema ihrer Facharbeit selbst auswählen konnten, was in Abhandlungen über das Wirtschaftswunder, das Fräuleinwunder, die Fußball-WM 1954 oder die neue Reiselust resultierte.
 
Lehrerin Leveke Preuß zeigte sich zufrieden mit der Leistung ihrer Schüler und freute sich über so viel Engagement.
 
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Foto: Uwe Lewandowski

Kommentare

Profil
16.02.12, 21:13 Uhr

und ich war da....


Manchmal macht Liebe so blind, das man den UNTERSCHIED zwischen Liebe und Lüge nicht mehr erkennt......